Gedenkstättenfahrt 2014

Die Fahrt

Bei unserer Fahrt ging es um eine aktive Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Wir besuchten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz / Birkenau, erinnerten uns an die unglaublichen Verbrechen der Nazis und treffen Zeitzeugen.

Es ging aber nicht nur um die Vergangenheit. Die Geschichte von Auschwitz / Birkenau verpflichtet uns zu Sensibilität und Verantwortung - auch 70 Jahre nach dem Holocaust. Wir wollen eine Brücke in die heutige Zeit schlagen.

Programm

  • Samstag, 4. Oktober 2014 - Abfahrt (Reisebus) in M´gladbach gegen 20.00 Uhr
  • Sonntag, 5. Oktober bis Donnerstag, 9. Oktober 2014 - Aufenthalt in Oswiecim mit Besuchen der Lager Auschwitz und Birkenau, Gespräch mit Zeitzeugen, Besichtigung der Stadt Oswiecim
    Unterkunft: Zentrum für Dialog und Gebet in Oswiecim
  • Donnerstag, 9. Oktober bis Samstag, 11. Oktober 2014 - Aufenthalt in Dresden, Brückenschlag in die Gegenwart, Besichtigung der Stadt
    Unterkunft: Jugendgästehaus
  • Samstag, 11. Oktober 2014 - Abfahrt in Dresden nach dem Frühstück
    Ankunft in M´gladbach gegen 20.00 Uhr

Tourbericht der Gedenkstättenfahrt

Es scheint, als sei ein Dichtergeist
in unserem Busse mitgereist.
Den Brief, den fanden wir beim Essen,
als hätt´ ihn jemand dort vergessen.
Die Überraschung war recht groß,
doch nun lest selbst, es ist famos:

Tag 1

"Es waren einst Doro, Andi und der Chris,
die hatten den gewissen Biss.
Man nannte sie die tollsten Drei,
doch eigentlich waren´s einer und zwei.
Einer kam vom JIM
und zwei vom SKY,
doch alle waren mit dabei.
Planten eine Reise nach Polen,
um sich ein Stück Geschichte näher zu holen.
Mit dabei viele junge Leute,
eine ganz nette, tolle Meute.
Die Busfahrt war lang und schwer,
und am Ende konnte keiner mehr.
Doch das Ziel war nah,
Auschwitz konnte kommen,
doch hätten wir bloß Zloty mitgenommen.
Mit Euro bezahlen, das war schwer,
die Wechselstube musste her.
Gesucht, gefunden und getauscht.
Shoppen – schnell ins Kaufland rein,
denn alles sollte ihres sein.
Die Nacht brach an, Tag eins schied dahin,
wo sind nur alle Kinder hin?!
Ins Bett gehuscht, den Schlaf galt´s nachzuholen,
welchen es nicht gab auf dem Weg nach Polen.
Tag zwei, der wird nun auch bald kommen,
versprochen!
Morgen hört ihr mehr,
da fällt das Warten doch nicht schwer…"

Die Fortsetzung folgt auf dem Fuß,
bis dann von uns nen lieben Gruß!

Tag 2

Der zweite Tag ist nun zu Ende
und wieder schrieben des Dichters Hände.

"In Nebelschwaden begann Tag Nummer 2,
doch Nebel ist toll und nichts ist dabei.
Nach dem Frühstück ging es zu Fuß ins Lager,
das Interesse war groß, die Ausgeschlafenheit
so früh am Morgen eher mager.
Gespannt warteten wir vor dem Tor
und bereiteten uns mental vor.
Das Tor ging auf, wir stürmten los
und die Neugierde war groß.
Wir sahen viele interessante Sachen,
aber leider gab´s dabei nicht viel zu lachen.
Doch viele Emotionen kamen hoch.
Wir eilten von Haus zu Haus
und auf einmal waren wir zurück zuhaus.
Dann gab´s Essen, es war lecker.
Und zurück ging´s für die Entdecker.
Sie gingen langsam durch die Gassen
und konnten das ganze Lager voll erfassen.
Der andere Teil war in der Stadt,
die hatten das Lager nämlich satt.
Abendessen, Reflexion –
und zum Schluss `ne Twix-Portion.
Morgen schon kommt Birkenau,
dort werden wir dann noch mal schlau.
Tag 2, der ist jetzt auch vorbei.
Und morgen dann gibt es die Drei."

Was wird wohl in dem dritten steh´n -
wir warten´s ab. Auf wiedersehen.

Tag 3

Heut klopfte es an Andis Pforte,
vor der er fand des Dichters Worte.
Er schaute rechts, er schaute links,
des Dichters Füßlein ist ein flink´s.
Hinfort war er, ward nicht gesehen,
was er uns schrieb, seht ihr hier stehen:

„Tag 3 beginnt pünktlich um Acht,
nach einer viel zu kurzen Nacht.
Um kurz nach Neun wurde ein Film geschaut,
der ging so manchen unter die Haut.
Nach dem Mittagessen
wurde kurz im Bus gesessen.
Das heutige Ziel sollte Birkenau sein,
wir gingen durch in Grüppchen und manchmal allein.
Heute ist der Kopf echt voll,
das zweite Lager war nicht so toll.
Vor allem die Gedichte gingen ins Herz
und verursachten dort Schmerz.
Deswegen bleibt das Gedicht heute sehr kurz,
um zu zeigen die Geschichte ist mir nicht schnurz.
Morgen ist der Zeitzeuge hier,
davon berichte ich an Tag Vier.“

Man merkt, des Dichters Herz war voll,
er fands wohl heftig und auch toll.
Wir alle sind ganz platt und müde,
die Augen werden auch schon trübe.
S´ist besser, wir gehn jetzt ins Bett,
wir sehen uns morgen - das wär nett!

Tag 4

Zum Abend wurd´ die Frage laut:
hat sich der Dichter nicht getraut?
Bis sieben hat er sonst geschrieben,
was hat er bloß heut getrieben?
Doch klopfte dann „Frau Rezeption“
während uns´rer Runde Reflexion
und drückte freundlich und behände
des Dichters Zettel in uns´re Hände:

"Heute schliefen wir alle länger
und frei war auch wieder unser Hänger.
Ein paar gingen in die Stadt,
die Anderen hatten das Laufen satt.
Dafür nutzten sie am besten die Zeit
und machten sich fürs abendliche Interview bereit.
Karol Tendera war der Gast,
er trug mit sich eine schwere Last.
Er ist ein Mann,
der einem von Auschwitz viel erzählen kann.
Mit großem Mut und auch viel Freude
stillte er die Neugier der Meute.
Und für Doro gab´s zum Schluss
auf die Hand von ihm `nen Kuss;
und noch was, das war echt klasse:
sie bekam von ihm `ne Tasse.
Andi schien es ganz egal,
aber innerlich war´s bestimmt `ne Qual.
Etwas spät gab es das Essen,
aber die Küche hatte uns nicht vergessen.
Heute ist der Abschied vom Haus,
denn morgen ziehen wir wieder aus.
Morgen gibt es aus dem Stollenland
die Gedichte von des Dichters Hand."

Tag 5

„Heute Morgen um 10 ging es los,
die Aufregung war ziemlich groß.
Angekommen im Stollenland
war der Luxus schnell verbannt.
Der Strom, der läuft hier nicht in Strömen,
da muss ich mich erst dran gewöhnen.
Falsche Reservierung, drum gingen wir abends aus
und aßen große Portionen von leckerem Schmaus.“

Tag 6

„Tag 6 begann schon gegen Acht
nach einer wie immer zu kurzen Nacht.
Wir schauten uns die Stadt Dresden an:
Kirchen und Denkmäler und ein unfreundlicher Mann.
Shoppen und gutes Abendsessen,
Dresden werden wir nicht so schnell vergessen.
Abends gab´s noch ein Geschenk,
damit auch zuhause jeder an jeden denkt.

5 Dichter gab´s, damit ihr´s wisst,
es waren Miriam, Alice, Sophie
und auch Conny und Magi.
Morgen fahren wir wieder nach Haus
und unsere Fahrt, die ist jetzt aus.“

Kontakt - Andreas Kreder

Leiter Kontaktstelle SKY
Schwerpunkt „Mobile Jugendarbeit / Streetwork"

andreas.kreder@oeje-mg.de

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